Mittwoch, 7. Juni 2017

[3 of a kind] I am slightly obsessed with

Im Juni will Sas etwas über die größten Obsessionen unseres Lebens wissen. Da musste ich wirklich nicht lange darüber nachdenken...
(Feministische) Stickerei ist eine ganz aktuelle Obsession. Mehr zu diesem Monsterchen findet ihr hier.
Meinem Instagram-Feed sieht man sehr genau an, wofür ich mich interessiere. Zwei der besonders herausstechenden Bereiche sind Stickerei und Feminismus - mit Überschneidungen zwischen beidem. Diese Überschneidungen haben mir erst so richtig gezeigt, wie viel politisches Potenzial in meinem scheinbar rein dekorativen Hobby steckt. Von den vielen stickenden Feministinnen möchte ich euch drei zeigen, die meinen Feed ganz besonders bereichern: fembroidery, Brinn Jones, Needle and Bitch.

Eine liebe Nähkromantin hat mir wundervolle Ohrringe gebastelt - passend zum ersten Lieblingsfandom.
Harry Potter war das erste Fandom, das mich so richtig erwischt hat. Davor gab es natürlich auch Bücher, die ich mochte, aber ich wollte noch nie so unbedingt in einem leben - Briefe mit Eulen verschicken, in der Winkelgasse umherbummeln und einen eigenen Zauberstab besitzen. Bei keinem anderen Fandom habe ich zuvor Fanfiction geschrieben oder mich anhaltend über das vollkommen dysfunktionale Mediensystem beklagt (der Regierungseinfluss ist definitiv zu groß!). In dem Moment, in dem ich dies tippe, habe ich das dringende Bedürfnis, mich an eine Fanfiction über eine junge Redakteurin beim Tagespropheten zu setzen, die entgegen der Anweisungen ihres Chefs im Zaubereiministerium recherchiert und dabei... Aber erst einmal diesen Blogpost über Obsessionen fertigstellen, nicht wahr?

Finnland - definitiv eine kleine Obsession von mir. Fragt meine armen Freund*innen.

2014 habe ich vier Monate im Südwesten Finnlands verbracht, wo die Straßenschilder finnisch und schwedisch sind, wo es nicht so viel kälter und dunkler ist als in Deutschland und wo die beste Uni-Bibliothek steht, die ich je hatte. Ich vermisse sie ebenso wie meine Flurnachbarn im Wohnheim und den Weg am Fluss, den ich immer entlang gegangen bin, um bei Lidl einzukaufen (weil Essen in finnischen Supermärkten astronomische Preise hat). Nach meiner Rückkehr habe ich etwa ein halbes Jahr lang jeden zweiten Satz mit "In Finnland..." angefangen. Es ist seitdem nur ein wenig besser geworden.

Noch mehr prächtige Obsessionen findet ihr bei Sas. Ich freue mich schon aufs Stöbern!

Kommentare:

  1. Hallo Sabrina, vielen Dank für deine lieben Kommentare auf meinem Blog:-) Mach noch mit bei meinem großen Sommer-Gewinnspiel, ich würde mich freuen: http://www.idimin.berlin/grosses-sommer-gewinnspiel-big-summer-give-away/
    LG, Kali

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    1. Oh, danke für den Tipp, liebe Kali!
      Viele Grüße,
      Sabrina

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  2. Die Geschichte der jungen Journalistin beim Tagespropheten: Wo kann ich die dann bitte nachlesen? Und Deine anderen Fandom-Geschichten? Oh ja, in welchem Ausmaß Reisen prägen können, kann ich sehr nachvollziehen bzw. kenne ich aus eigener Erfahrung. na, solange du keine für dich schädlichen oder andere schädigenden Obsessionen hast - Deine finde ich jetzt ziemlich sympathisch! lg, Gabi

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    1. Falls ich sie tatsächlich schreibe, lasse ich es dich wissen. Die anderen Fanfics treiben bestimmt noch irgendwo durch Archive, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die noch gelesen haben möchte - aus heutiger Sicht würde ich da wahrscheinlich doch einiges anders machen.^^
      Von deinen Reisen hatten wir es ja kürzlich schon mal hier - die haben mich hochgradig beeindruckt. Das war ja nochmal was ganz anderes als dieser sehr geschützte Erasmus-Aufenthalt.

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  3. In der Kirche war ich auch schon! Ich liebe Finnland, aber ich liebe einfach Reisen generell. Ich versuche meinen Freund dieses Jahr noch nach Norwegen zu schleifen, ich will Nordlichter sehen!

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    1. Diese Kirche vermisse ich viel mehr, als man zugeben darf. Ich könnte da immer noch spontane Führungen geben, so oft war ich da...
      Ich drücke die Daumen für Norwegen und für Nordlichter. In Norwegen war ich noch nie, aber Nordlichter sind der Hammer!

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  4. kann ich alles verstehen. wenn alles so läuft, wie ich mir das denke, wird es in diesem jahr insgesamt drei mal nach schweden gehen. das ist ja relativ ähnlich wie finnland *lach*
    liebst,
    jule*

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    1. Ich. Bin. So. So. So. Neidisch. :D
      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  5. Nur drei Leidenschaften? Das dürfte mir eher schwer fallen.
    Aber du hast gut die Kurve gekriegt. Und Nr. 1 könnte ich durchaus teilen, wobei da der Schwerpunkt in den Siebzigern bei mir lag... Harry Potter & Finnland sind interessant, aber nur sehr kurzzeitig in mein Blickfeld geraten...
    Interessanter Post!
    LG
    Astrid

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    1. Ich hab auch ein paar unterschlagen, um auf die drei Kandidaten zu kommen. Ich finde das aber auch immer wieder spannend zu schauen, was dann am Ende beim Aussieben übrig bleibt und was - momentan - einen Kern bietet.
      Vielen Dank!

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  6. Hui, alles drei sehr spannend! In Finnland war ich leider noch nie, aber ich würd ja auch so gerne mal hin! Deine Harry-Potter-Leidenschaft kann ich total nachvollziehen - vielleicht sollte ich mal einen Blogpost dazu schreiben... Gibt es deine Fanfiction irgendwo nachzulesen? Und sticken mag ich ja auch sehr - aber irgendwie nehme ich mir im Moment nicht sehr viel Zeit dafür.
    Liebe Grüße
    Antje

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    1. Ich drücke die Daumen, dass es dich mal nach Finnland verschlägt. Es ist sooo schön!
      auf deinen Blogpost zu Harry Potter bin ich jetzt schon gespannt. Meine Fanfiction gurkt wahrscheinlich noch irgendwo im Netz umher, aber ich möchte lieber nicht mehr, dass man sie mit mir in Verbindung bringt. Thematisch sind da zwar keine größeren Ausfälle, aber bezüglich der Storyline liegt da einiges im Argen, glaube ich. :D
      Du stickst vielleicht gerade nicht, aber dafür nähst du ganz großartige Kinderkleidung. ;)

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  7. Feministische Stickerei ist so cool. ich mag es nämlich nicht, wenn Frauen glauben, Feminismus würde bedeuten, man müsse möglichst 'männlichen' Hobbys frönen. Tun, was mir Freude und Spaß macht - das ist Selbstbestimmung. Wobei ich ja nicht Nähen kann und sticken auch nur ein bisschen. Momentan hebe ich den Vorgarten aus und wechsle die Bremsscheiben beim Auto (ich hab da so ein Buch, das heißt allen Ernstes 'Jetzt helfe ich mir selbst' :D) - allerdings nicht, weil ich das so schön finde sondern, weil es sein muss und zu teuer ist, wenn es jemand anders macht.
    Meine Leidenschaften sind ganz einfach beschrieben: Pflanzen, Literatur, Mountainbiken, Schwimmen, Fotografieren und Kaffee, Kaffee, Kaffee :D

    Liebe Grüße,
    Veronika

    PS: Deine Katze ist so so gelungen, die hab ich gleich auf Anhieb lieb <3

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    1. Ja, die "Vermännlichung" finde ich auch in vielen Fällen problematisch, weil das für mich im Kern auch nur wieder eine Form der Misogynie ist, leider.
      Ich fände es auch wichtiger, dass Rollenbilder soweit aufgebrochen werden, dass Menschen unabhänig von ihrem Geschlecht(sei es nun biologisch oder sozialer/kultureller Natur) einfach das tun können und dürfen, was ihren Interessen entspricht, ohne dafür belächelt, beschimpft oder gar angegriffen zu werden. In meinem Fall dann halt zum Beispiel sticken. :D

      Bei so viel Kaffee würde ich übrigens wahrscheinlich den ganzen Tag nur noch zittern, bis ich alles auf den Boden geschmissen und anderweitig umgeschubst hätte. Ich bin Teetrinkerin. ;)

      Liebe Grüße und vielen lieben Dank!

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    2. Dass du Teetrinkerin meine ich bereits aus deinem Blogtitel herauslesen zu können :D Und du hast auch schon öfter Fotos von deinen dampfenden Tees gebloggt. Tee ist auch sehr gut, muss ich schon zugeben.
      Mit der "Vermännlichung" bringst du es gut auf den Punkt. Jeder soll machen was ihm Freude macht. Obwohl am Anfang das Aufbegehren wahrscheinlich auch plump sein musste, denn sonst wäre es nicht wahrgenommen worden. Mich hat es zum Beispiel immer wahnsinnig geärgert, wenn Frauen zur Ehrung einen Blumenstrauß überreicht bekommen und Männer Wein. Und das obwohl ich Blumen mag - aber von Prinzip her. Ich will auch Männern Blumen schenken. Niemand muss Blumen geschlechtsbedingt lieben.

      Liebe Grüße,
      Veronika

      PS: Ich habe einen guten Freund, der hat beim Heer für seine Freundin einen Schal gestrickt, weil es dort so blöd und langweilig war. Er hat noch nie so viele dumme Kommentare hintereinander gehört. Und er hat weitergestrickt - eineinhalb Meter ist der Schal geworden :D Okay, ein bisschen hat er es schon auch als Provokation gemeint - weil ihn das Heer eben genervt hat.

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    3. Ich denke auch, dass die Anfänge aus unserer heutigen Sicht vielleicht "plump" wirken bzw. aus dieser Sichtweise zu kritisieren sind, weil sie uns jetzt nicht mehr zielführend erscheinen. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Aufmerksamkeit zum einen eine Rolle gespielt hat und zum anderen, dass die heutigen Anliegen auch engmaschiger sind, eben weil die "plumpen" Anfänge uns an einen Punkt geführt haben, wo wir nicht mehr um Wahlrecht oder Berufstätigkeit kämpfen müssen, sondern eben sagen können: "Ja, aber warum soll ich nur Freiheiten haben, wenn ich an sich stereotyp männliche Check-Boxen erfülle? Warum ist Weiblichkeit denn bitte immer noch falsch? Was soll die Scheiße???" Oder eben auch: Warum sind die Schubladen so verdammt eng, dass ich immer Blümchen bekomme statt Bier, Mütter am Muttertag das Familienidyll zelebrieren, während Männer am Vatertag (ohne Familie) saufen gehen und dein Freund fürs Stricken dumm angemacht wird? Find ich übrigens sehr großartig, dass er es trotzdem und genau deswegen durchgezogen hat. :)

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