Samstag, 16. September 2017

[Samstagstee] mit feministischen Netzfunden

Prost! Ich starte mit Tee ins Wochenende - und den Urlaub.

Hallo ihr Lieben!

Einmal mehr schliddere ich nur kurz bei Andreas Samstagsplausch vorbei - anders seid ihr das von mir ja ohnehin nicht gewohnt, nicht wahr? Diese Woche geht es nach Berlin. Allerdings bin ich dieses Mal nicht allein, sondern mit meiner Mama unterwegs, die noch nie in der Hauptstadt war und vor dem ersten Flug ihres Lebens ganz schön aufgeregt ist. Drückt ihr mir bitte alle die Daumen, dass es gut geht? (Flugaufälle aufgrund von Streik sind zu befürchten.)
Trotz aller Aufregung: Die Vorfreude ist noch größer. Umso mehr, weil mittlerweile offiziell ist: Ich ziehe im Winter in die Hauptstadt! Wie und wo genau es dort für mich weitergeht, ist noch nicht klar, aber seit ich das sicher weiß, komme ich mit einem ganz anderen Gefühl in der großen Stadt an. Das ist mein zukünftiges Zuhause, nicht mehr nur Ort viel zu kurzer Stippvisiten beim Lieblingsmenschen. Obwohl es noch ein paar Monate bis dahin sind, bin ich jetzt schon ganz schön aufgeregt - Job- und Wohnungssuche sind in vollem Gang und das ist ja immer eine stressige Sache.

Der Ablenkung wegen habe ich auch diese Woche wieder im Netz herumgestöbert und dabei erneut einiges an feministischen Netzfunden zu Tage gefödert:

Bei Zeit Online fand sich diese Woche ein spannender Artikel über Gender Studies und deren Zusammenhang mit dem Feminismus. Inklusive folgender Definition:
Feminismus bedeutet, dass Frauen sich und ihren Anliegen Gehör verschaffen.
Gender-Studies können bei solchem feministischen Engagement helfen, und sie tun das auch oft. Aber weder können sie den Feminismus ersetzen, noch sind sie ihm verpflichtet. Feminismus ist keine Wissenschaft. Es ist eine politische Bewegung. 
Margarete Stockowski setzte sich am Dienstag in ihrer Kolumne auf Spiegel Online mit dem Gender Pay Gap auseinander - und mit den fünf häufigsten Mythen, die in diesem Zusammenhang immer wieder bemüht werden. Bester Satz: "[..] man kennt das Statistische Bundesamt nicht unbedingt als feministische Guerillagruppe." Die Sätze außenrum sind aber noch viel gehaltvoller - und könnten in der einen oder anderen Diskussion auch gut weiterhelfen. Lesen lohnt sich also.

Das innenAnsicht-Magazin hat zwei Artikel zum Thema Schwangerschaftsabbruch: einmal in Deutschland und einmal in Kroatien. Beides sehr spannend - und erschreckend, wie stark der Widerstand gegen die Selbstbestimmung über den eigenen Körper nach wie vor ist.

Ebenfalls beim innenAnsicht-Magazin gibt es einen Blick ins Wahlprogramm der AfD unter frauen*politischen Gesichtspunkten.  Ich gehe ja nicht davon aus, dass hier Personen mitlesen, die erwägen, die AfD zu wählen. Falls doch: In dem Tab findet ihr rechts so ein Kreuz. Einmal klicken, bitte, danke. Den Verbleibenden sei gesagt: Der Blick ins Programm dieser angeblichen Alternative ist besonders dann zu empfehlen, wenn ihr noch nicht wisst, ob ihr überhaupt wählen gehen werdet. Dürfte euch motivieren. Denn jedes Kreuz, das ihr irgendwo anders auf dem Zettel macht, reduziert den relativen Anteil der rechten Stimmen.

Zuletzt hat auch der von mir vielgeliebte Lila Podcast eine Episode zur Bundestagswahl gemacht, in der sie einen etwas weiteren Blick in die deutsche Parteienlandschaft werfen.

Wenn euch das noch nicht weiterhilft, möchte ich euch nochmal ans Herz legen, euch die verschiedenen Tools anzuschauen, die euch dabei unterstützen können, die Parteien auf bestimmte Punkte hin abzuklopfen: der altbekannte Wahl-O-Mat, der Sozial-O-Mat für Fragen der Sozialpolitik und deinwal.de für den Überblick über Parteien-Positionierung in den Bundestagsabstimmungen der letzten Legislaturperiode.

Habt alle ein zauberhaftes Wochenende - ganz egal, wo ihr seid!

Samstag, 9. September 2017

[Samstagstee] mit feministischen Netzfunden

Guten Morgen! Lasst uns zusammen eine Tasse Tee trinken.

Hallo ihr Lieben,

hui, ging die Woche schnell vorbei! Angefangen mit einem ziemlich coolen Bierbraukurs in München (wenn ihr mögt, erzähle ich euch in den nächsten Tagen ein bisschen mehr dazu?) am vergangenen Wochenende, habe ich einige Abende mit lieben Menschen verbracht - und während ihr das hier lest, bin ich auch schon wieder auf Achse und sause zur nächsten Freundin, um dort einen Abend im privaten Pub zu verbringen.
Vorher lasse ich mich aber an Andreas Plauschtafel nieder und schaue nach, wie es euch in dieser Woche so ergangen ist. 

Aber vorher zeige ich euch noch, was ich trotz aller Aktivitäten außer Haus in dieser Woche im Netz so gefunden habe:

"Das Zeigen der Vulva rettet die Menschheit." So ist das nämlich.

Unheimlich gefeiert habe ich auf der Fahrt von und nach München die neueste Episode des Lila Podcasts. Darin geht es um die Vulva, also den äußerlich sichtbaren Bereich der Genitalien. Womit wir an einem der Knackpunkte wären, die auch im Podcast angesprochen werden: Ich war wieder einmal versucht, von "weiblichen" Genitalien zu schreiben. Was aber halt nicht unbedingt zutrifft: Es gibt Menschen, die weder weiblich noch männlich sind. Es gibt Menschen, die sich männlich identifizieren, aber eine Vulva haben - genauso wie es Frauen mit Penissen gibt. Mithu Sanyal, über deren Buch zur Vulva es im Podcast geht, hat angemerkt, wie gerne sie von der Geschlechterdichotomie weggekommen wäre, aber wie schwer es ihr gefallen sei, wie sehr ihr alternative Worte gefehlt hätten, um auszudrücken, was sie eigentlich meinte.

Mithu Sanyal erwähnt im Podcast, dass sie beim erstmaligen Anblick ihrer Vulva unsicher war, ob diese eigentlich ansehnlich sei oder eher gar nicht. Da musste ich spontan an einen meiner liebsten Instagram-Accounts denken:  The Vulva Gallery macht die unterschiedlichen Ausprägungen sichtbar, die Vulven so haben können. Sichtbare innere Schamlippen? Narben? Haare? Pigmentflecken? Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und es gibt deswegen erst recht nichts, was nicht okay wäre, genau so wie es ist. So ein liebevoller und versöhnlicher Blick - mir tut schon allein die Existenz dieses Accounts gut.

Ergänzend zur Episode des Lila Podcasts sei hier noch einmal diese  kleinercast-Episode erwähnt.
Während ich den Lila Podcast angehört habe, musste ich auch wieder an diese Episode des kleinercast denken, in dem es unter anderem darum geht, warum es so wichtig ist, dass Kinder die richtigen Begriffe für Genitalien lernen. 

Dieser Artikel hat mich unheimlich traurig gemacht. Dass bereits im Alter von sechs oder sieben Jahren kleine Mädchen davon überzeugt sind Mädchen und Frauen seien per se weniger schlau oder gar brillant als Jungs und Männer, ist ein verdammt großes Armutszeugnis.

Habt ein wunderschönes Wochenende!

Montag, 4. September 2017

[3 of a kind] I want to do someday

Im September will Sas drei Dinge von uns erfahren, die wir eines Tages tun wollen. Die Frage war gar nicht so schwer, denn in meinem Notizbuch steht eine wohlgefüllte Bucket-List mit den unterschiedlichsten Zielen. Mich auf drei konkrete Punkte zu beschränken, ist mir da viel schwerer gefallen...

Schloss Turaida, umgeben von nebelvergangenen Wäldern. 
Roadtrip durchs Baltikum. Seit ich 2014 auf einer Busreise mit Erasmus-Studierenden in dieser Gegend unterwegs war, zieht es mich dorthin zurück. Tallinn ist mir als verwinkelte Märchenstadt im Gedächtnis geblieben, doch am schönsten fand ich es in Lettland. Das Schloss Turaida mit deinem Park hat mich besonders beeindruckt. Zum Schloss gehört nämlich ein Park, in dem ein Künstler während der Sowjetzeit Skulpturen zu Volkssagen verteilt hat - ohne Titel, um sie vor Zensur zu schützen. Leider war damals viel zu wenig Zeit, sie mir genauer anzuschauen...

Intensive Beschäftigung mit Fan Studies. Im selben Jahr habe ich auch angefangen, mich in das weite, wunderbare Feld der Fan Studies einzulesen. Wie wundervoll muss es sein, zu einem so grandiosen Thema zu forschen? Ein tolles Semester lang habe ich Hausarbeiten über Harry Potter und Game of Thrones verfasst... Leider habe ich es aber versäumt, mir die Buchtitel rauszuschreiben, denn es würde mich sehr in den Fingern jucken, mich da wieder einzugraben.

LARP ausprobieren. Falls ihr es nicht kennt: LARP steht für Live Action Role Play. Das heißt, Leute verkleiden sich und spielen einen Charakter in einer großen Geschichte. Viele meiner Freunde larpen, aber irgendwie habe ich es bisher noch nie geschafft, mich einfach zu überwinden und mitzumachen. Wenn ich ihnen dabei zuschaue, wie sie in monatelanger Arbeit Kleidung nähen und verzieren, sich Hintergrundgeschichten ausdenken und mit leuchtenden Augen irgendwelche LARP-Anekdoten erzählen, bin ich ein bisschen neidisch.

Sas' Sammlung ist den ganzen Monat geöffnet. Vielleicht fallen euch ja auch drei Dinge ein, die ihr irgendwann einmal tun wollt? Ich bin gespannt!

Samstag, 2. September 2017

[Samstagstee] mit Netzfunden

Ehrlich gesagt: Das ist Kakao vom vergangenen Sonntag. In meinem herzallerliebsten Café Tasso in Berlin.
Hallo ihr Lieben!

Viel zu lange schon habe ich nicht mehr an Andreas Plauschtafel Platz genommen, aber heute ist es endlich mal wieder so weit. Allerdings muss ich gestehen, dass ich diesen Beitrag vorbereite und es erst im Laufe des Wochenendes schaffen werde, bei euch vorbeizuschauen. Ich bin nämlich schon wieder unterwegs! Nach mehreren Wochenenden auf Festivals oder beim Lieblingsmenschen in Berlin, gönne ich mir nicht etwa eine Ruhepause, sondern sause zur Besten nach München. Dort will ich heute lernen, wie man Bier braut. Ich bin ganz schön gespannt...

Als ich Sonntagnacht verspätet aus Berlin zurückkam, warteten meine Briefwahlunterlagen auf mich. Mittlerweile habe ich die Zettel sogar schon ganz strebsam ausgefüllt und zur Post getragen. Einfach fand ich das dieses Mal überhaupt nicht. Aber in den Weiten des Internets gibt es natürlich hilfreiche unterstützende Tools. Der Wahl-O-Mat ist ja hinreichend bekannt, nehme ich an. Anhand 38 Thesen, die sowohl insgesamt 32 Parteien als man selbst beantwortet, wird die Übereinstimmung mit eben jenen Parteien erreichnet. Neu war mir DeinWal.de. Dieses Tool ist nicht nur putzig illustriert, sondern auch reichlich aufschlussreich. Anhand diverser Fragen zu verschiedenen Politikfeldern errechnet sich am Ende die eigene Überschneidung mit verschiedenen Parteien. Der Clou daran: Anders als beim Wahl-O-Mat werden dafür keine hypothetischen Stellungnahmen von Parteien herangezogen, sondern die konkreten Entscheidungen in Abstimmungen der vergangenen Legislaturperiode. Das empfinde ich persönlich als "zuverlässiger". Wer allerdings seine Stimme lieber einer ganz kleinen Partei geben möchte, zieht hier natürlich keine Erkenntnisse draus und ist beim Wahl-O-Mat besser aufgehoben. Fun-Fact: Die Ergebnisse beider Tools waren bei mir sehr vergleichbar. Und obwohl sie mir keine Entscheidung abnehmen können, fand ich sie dennoch ziemlich hilfreich.

Lesenswert fand ich dieses Interview des ZEIT Magazins mit der Soziologin Jutta Allmendinger. Ihre These: Der Arbeitsmarkt ist auf die Bedürfnisse von Frauen und ganz besonders Müttern so schlecht ausgerichtet, dass für viele bis heute der Rückzug daraus verlockender ist. Und das, obwohl Berufstätigkeit für Männer wie Frauen identitätsstiftend ist.

Habt ein traumhaftes Wochenende!