Samstag, 23. September 2017

[Samstagskaffee] zur Bundestagswahl

Ein weiterer Frühstückskaffee im Café Tasso in Berlin.
 Guten Morgen ihr Lieben!

Eine tolle Woche in Berlin geht für mich zu Ende. Ich habe hier meine liebsten Buchhandlungen besucht, Freunde getroffen, Museen durchwandert und innerhalb der ersten drei Tage einen Berlin-Fan aus meiner Mama gemacht. War das schön!

Nebenher habe ich ganz viel auf Wahlplakate gestarrt und mit viel innerer Unruhe der morgigen Bundestagswahl entgegen geschaut. Zum ersten Mal seit 1961 werden wir aller Voraussicht nach wieder Nationalisten im Parlament sitzen haben (Quelle für Bundestagszusammensetzungen). Ich persönlich finde das fürchterlich. Aber ich hoffe, dass diese Aussichten morgen viele Menschen motivieren, ein Kreuzchen zu machen.

Denn dass gerade die selbsternannte Alternative sehr gut darin ist, ihre Anhänger*innen zu mobilisieren - und es ist verheerend, wenn alle anderen zu Hause bleiben. Natürlich macht eine Stimme von Millionen keinen großen Unterschied. Aber viele einzelne Stimmen tun das. Und an dem Punkt wird es statistisch relevant: 3 von 6 sind 50 Prozent, aber 3 von 10 sind nur noch 30 Prozent. Ihr seht, worauf ich hinauswill. 

Grafik von Between Bridges- dieses und andere Plakate dürfen und sollen unter
dem Link heruntergeladen und großflächig verteilt werden.
Ich habe ja glücklicherweise schon vor Wochen meine Briefwahlunterlagen in einen Briefkasten geschoben und bin damit die Frage los, was ich wähle. Denn auch mir ist das dieses Mal gar nicht so leicht gefallen - und ich weiß, dass das vielen meiner Freund*innen ganz ähnlich geht.

Für diejenigen von euch, die keine große Lust auf eine neuerliche große Koalition haben, ist vielleicht dieser Artikel von den Krautreportern etwas. Er zeigt die verschiedenen Möglichkeiten auf, gegen das "Weiter so!" zu stimmen. (Spoiler: Nicht wählen ist keine Lösung.)

Wer noch ein bisschen zusätzlichen Input zu den konkreten Absichten der einzelnen Parteien haben möchte, kann im Innensansicht-Magazin nachschauen, wo mittlerweile die Parteiprogramme von SPD, FDP, Linke, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und die AfD unter die Lupe genommen wurden.

Nun packe ich meine Tasche, um zum ersten Mal überhaupt zu einem Roller Derby-Bout zu gehen. Wuhu! Vorher hüpfe ich aber noch bei Andrea vorbei und finde heraus, wie eure Wochen so waren.

Habt ein tolles Wahl-Wochenende!

Kommentare:

  1. Natürlich gehe ich morgen wählen, keine Frage. Aber ich hoffe auch, dass die etablierten Parteien sich endlich mal ernsthaft den Kopf darüber zerbrechen, warum es überhaupt soweit kommen konnte, dass Teile der Bevölkerung das Bedürfnis haben, ihr Kreuzchen in solche Kästchen zu setzen.
    Ein schönes Wochenende wünscht
    Andrea

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    1. Definitiv. Ich hoffe, das wirkt mobilisierender als diebisherige Erkenntnis, dass jahrelang nur die Gruppe Nichtwählender wuchs.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  2. Bei uns geht es am Wochenende um die AHV. Klar, dass ich an die Urne gehe. Was die Wahlen in Deutschland betrifft, schliesse ich mich der Meinung eines Arbeitkollegen an. In Deutschland muss man links wählen, wenn man eine Veränderung will. Liebe Grüsse von Regula

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    1. Oh, ihr wählt auch? Das war vor lauter Bundestagswahl noch gar nicht zu mir durchgedrungen.
      Eure Einschätzung zur deutschen Wahl teile ich ebenfalls.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  3. Ich hoffe auch auf eine Mobilisierung, kann mich aber auch aufgrund meines Alters auf Negatives einstellen, denn das habe ich auch öfter erlebt, Z.B. 1980, und weiß, dass man es überlebt. Natürlich fehlt den großen Parteien die Reflektion darüber, warum manche Menschen so wählen, wie Andrea schreibt. Ich bin aber auch der Meinung, dass viele auch nicht mehr nachdenken, sondern sich einfach in die Schreier einreihen, weil die einfach momentan alle gesellschaftlichen Diskurse dominieren. Frust habe ich höchstens, weil ich meine ganze Lebensenergie in eine gesellschaftliche Entwicklung gesteckt habe, die jetzt wieder runtergebrochen wird. Und jetzt bin ich zu alt und brauch den lebensmut dafür.
    Hab's totzdem fein!
    Astrid
    Gerade seh ich deinen Kommentar bei mir eintrudeln...

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    1. Ja, das kann ich mir vorstellen, dass dich das frustriert. Aber hey, dein Kommentar gibt mir gerade Hoffnung für die nächsten vier Jahre...
      Liebe Grüße
      Sabrina

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  4. Das wählen habe ich schon erledigt. Mir ist leider dabei auch nicht wirklich wohl.
    Dir trotzdem ein schönes Wochenende und herzlichen Gruß Sylvia

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    1. Unser Gefühl hat uns leider nicht getrogen, was?
      Liebe Grüße
      Sabrina

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  5. Wählen ist mir schwer gefallen. Gekreuzt habe ich trotzdem. Mit Unbehagen, was da auf uns zusteuert. Und wenn ich mir die Debatten nun anschaue, dann fühle ich mich noch schlechter vertreten als vorher.
    Aber schön, daß du wenigstens deine Mama von unserer Stadt überzeugen konntest.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ja, das ist leider kein so schönes Ergebnis geworden...
      Liebe Grüße
      Sabrina

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