Samstag, 14. Oktober 2017

[Samstagstee] mit feministischen Netzfunden

Guten Morgen! Mit diesem Archivbild einer meiner Lieblingstassen setze ich mich zu euch.
Guten Morgen ihr Lieben!

Nach einer Woche Pause vom Samstagsplausch bei Andrea bin ich heute wieder mit dabei. Einer der Gründe, warum ich momentan im Blog so schweigsam bin, ist der, dass der Stitchtober mich ziemlich im Griff hatte. Ich hatte euch ja erzählt, dass mir eine Stickerei am Tag zu viel sei, aber vielleicht eine große Stickerei, die mich durch den Monat begleitet, etwas sein könnte...? Nun, ich habe diese Stickerei innerhalb von zehn Tagen durchgerockt. Auf Instagram gibt es Work-in-progress-Fotos zu sehen, hier im Blog mag ich sie noch nicht zeigen, weil die Stickerei Teil eines Geburtstagsgeschenkes sein wird. Jetzt überlege ich, ob ich mir für die zweite Hälfte des Oktobers noch eine zweite Stickerei suche. Mal sehen!

Abgesehen vom Sticken habe ich natürlich auch wieder ein bisschen im Internet herumgeguckt und dabei drei tolle, feministische Links für euch ausgegraben.

"Girls, you can do anything!", twitterte die UN sicherlich wohlmeinend zum Weltmädchentag am Mittwoch. Birte Vogel vom Blog thea fand das fürchterlich - weil es nicht stimmt. In ihrem langen, sehr langen Post hat sie diverse Beispiele aufgeführt, wo und auf welche Weise Mädchen nach wie vor dabei auf- und davon abgehalten werden, "anything" zu tun. Lesenswert finde ich auch den Kommentar von Sophia Horster darunter, der noch einmal sehr deutliche Worte dafür findet, warum ein solcher Satz problematisch ist:
[...] Dazu ist es aber auch eine explizite Botschaft an die Mädchen, dass es allein ihre Schuld ist, wenn sie nicht „alles machen“. Denn sie haben es entweder nicht ausreichend gewollt oder nicht ausreichend gekonnt. [...]

Edition F hat eine hier Liste von sechs feministischen Illustratorinnen zusammengestellt, die ihre Kunst auf Instagram zeigen. Mir waren einerseits noch nicht alle bekannt, andererseits fehlen mir wiederum ein paar, aber es lohnt sich total, sich da mal durchzuklicken.

Caroline Rosales hat auf Zeit Online eine Kolumne über den Feminismus geschrieben, der in stilvoller Kleidung stecken kann. Ich schreibe bewusst "kann", weil ich das definitiv nicht für einen Automatismus halte. Sich an Kleidungsregeln wie "Steck die Hände nicht in Manteltaschen, die beulen sonst aus!" wird vermutlich ebensoviele Menschen einschränken, wie die Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit durch eben jenen unausgebeulten Mantel auszudrücken, andere beglückt. Mein Weg ist es sicher nicht, aber umso schöner fand ich es, diese Option in wohlgesetzte Worte gekleidet zu finden.

Zuguterletzt hab ich noch was zum Aktivwerden für euch: Die Werbemelder*in, eine Meldestelle für sexistische Werbung, ist online. Wie es funktioniert, wird hier auf Pinkstinks erklärt. Ich bin gespannt, was für Früchte dieses Projekt trägt und freue mich, dass ich in Zukunft nicht mehr nur wütend vor einem Plakat stehen, sondern konkret was damit tun kann.

Habt ein wundervolles Wochenende!

Kommentare:

  1. moin sabrina,
    danke für den zeitartikel. er bringt meinen kopf nochmals mehr zum rotieren. ich hatte da schonmal so eine idee für einen beitrag, der in eine ähnliche richtung ging. und was die werbemeldung angeht: ich hatte davon gehört und prompt stolperte ich am nächsten morgen über eine so bekackte zigarettenwerbung, dass ich fast in lautes gebrüll ausgebrochen wäre.
    hab ein fabelhaftes wochenende und starte auf jeden fall eine neue stickerei. das ist fabelhaft anzusehen.
    liebst,
    jule*

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    1. Nachdem mich Hurricane Ophelias Nachwehen mich nun doch wieder in Richtung Laptop und damit vernünftige Tastatur entlassen hat: Danke, wahrscheinlich fange ich wirklich wieder eine Stickerei an. :)

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Werbungmelden!

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  2. Oh, schön, dass du auf die Werbemelderin und all das andere aufmerksam machst! Ich habe im Augenblick so wenig Lust auf Sozialpolitik ( auch wenn es mich innerlich oft beschäftigt ). Dabei habe ich - außer meinem Body - kein so schönes Dauerprojekt wie du. Da wünsche ich dir ein weiteres, was so fasziniert.
    Herzlichst
    Astrid

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    1. Vielen Dank!
      Du machst doch auch auf so vieles Wichtige aufmerksam, alles auf einmal geht nicht ohne auszubrennen - und davon hätte niemand was.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  3. Genau, frau (und man) ist nicht immer selber schuld. Da wehre ich mich ganz entschieden. Die Karten sind sehr ungerecht verteilt. Liebe Grüsse von Regula

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  4. Dann bin ich ja mal gespannt welche tolle Stickerei dich vom bloggen abhält. Ich bin heute das erste Mal beim Samstagsplausch dabei, vielleicht hast Du Lust auch mal bei mir reinzuschauen: https://dieplaudertasche.com/2017/10/14/samstagsplausch-4117/

    Liebe Grüße

    Freya

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    1. Hallo Freya,

      es dauert noch ein wenig, bis ich das gute Stück auch hier zeigen werde, aber ich hoffe, du schaust immer mal wieder rein. :)
      Schön, dass du beim Samstagsplausch dabei warst, bestimmt liest man sich da öfter mal!

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  5. Ich finde es schade, dass auch das wohlgemeinte "Girls, you can do everything!" so schlecht aufgenommen wird. Klar, es ist nicht wahr weil die äußeren Bedingungen nicht stimmen. Und weil nicht jeder die Vorraussetzung hat, Supermodel, Astronaut oder Iron(wo)man zu werden. Aber deswegen daraus zu schließen, dass Mädchen selber Schuld sind wenn sie eben nicht alles werden, klingt sehr nach Mimimi und falsch verstandenem Feminismus.

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    1. Dass diese äußeren Bedingungen nicht stimmen, wird aber in diesem Tweet nicht thematisiert. Natürlich spielt die Zeichenbeschränkung da mit rein und prinzipiell ist es ja auch schön, sich dem Thema Mädchen mal positiv zu nähern und nicht mit einem großen "schlimmschlimm!", aber nichtsdestotrotz empfinde ich die gewählte Formulierung als auf problematische Weise verkürzend.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  6. Werbung mal melden zu können, ist eine Option.
    Deine Stickerei, schau ich mir bei Insta an.
    Hab eine schöne Woche
    Andrea

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    1. Das wünsche ich dir auch! :)

      Liebe Grüße
      Sabrina

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