Mittwoch, 22. November 2017

[3 of a kind] Dinge, für die ich dankbar bin

Dankbarkeit ist heute das Thema bei 3 of a kind.
Im  November möchte Sas gerne wissen, für welche drei Dinge wir dankbar sind. Ein schönes Thema, finde ich! Ehrlich gesagt ist es mir fast schwer gefallen, mich für drei Sachen zu entscheiden. Denn natürlich ist nicht immer alles glitzrig und perfekt, aber insgesamt bin ich im Moment sehr zufrieden mit meinem Leben - und dafür bin ich sehr dankbar.

Vor ein paar Wochen habe ich hier im Blog erzählt, dass ich nach Berlin ziehe. Da war noch nicht ganz klar, wo und wie es dort weitergeht, aber seit einigen Tagen weiß ich: Der Lieblingsmensch und ich haben eine gemeinsame Wohnung in Berlin gefunden. Ehrlich gesagt ist es auch noch die erste Wohnung, die wir uns gemeinsam angeschaut haben. Eine Wohnung, die Liebe auf den ersten Blick war - mit Dielenfußboden, gemütlicher Küche, Badewanne und sogar einem Balkon. Die Erleichterung und Dankbarkeit, die ich dafür empfinde, ist immens, ist doch auch Berlin kein einfaches Pflaster, wenn es um Wohnungssuche geht.

Turku in Finnland bleibt trotz Umzugs nach Berlin meine Herzensstadt.

Mein Auslandssemester in Finnland darf in dieser Liste nicht fehlen. Ich weiß, das ist ein Thema, auf das ich immer und immer wieder zu sprechen komme.
Aber die Erfahrung, in einem Land zu sein, wo ich keine der beiden Landessprachen spreche (Schwedisch habe ich dann ein kleines bisschen gelernt, finnisch kann ich nur wenige Worte lesen), fand ich unglaublich augenöffnend. In einem Bus zu sitzen, ohne irgendeine Idee zu haben, wovon die anderen reden. In einem Supermarkt dem aufgeregten Wortschwall einer  Kassiererin zuzuhören, ohne auch nur den blassesten Dunst zu haben, was sie möchte. Sich verlaufen und für ein paar Minuten niemanden finden, mit dem man eine gemeinsame Sprache hätte. Das waren alles mehr oder weniger unangenehme Erfahrungen in dem Moment, aber die haben mir sehr viel gegeben und meinen Horizont gewaltig erweitert.
Viel schöner als die Erfahrung völliger Verständnislosigkeit war die Möglichkeit, vier Monate lang nur zu studieren, was mich wirklich akut interessiert, mich in der Bibliothek nach Lust und Laune einzugraben und meine Hausarbeitsthemen wirklich ganz frei zu entscheiden - ich habe das Studieren an sich nie mehr geliebt als in Finnland.

Die Bilder stammen alle von der Halbinsel Ruissalo - ich bin sehr dankbar dafür, dort gewesen zu sein.

Und zuguterletzt noch: Das Internet. Es ist meine Verbindung zum Lieblingsmenschen, der noch ein paar Monate weit weg wohnt. Zu meinen Freundinnen und Freunden, die größtenteils ebenfalls weit weg wohnen. Es ist der Ort, an dem ich die meisten dieser Freundinnen und Freunde kennen gelernt habe. Der Ort, wo sich mein Horizont stark erweitert hat - wo ich beigebracht bekommen habe, wie man stickt, wo mir feministische Perspektiven aufgezeigt wurden, wo ich die Podcsts finde, die ständig laufen. (Das gleicht für mich mehr als aus, dass das auch der Ort ist, wo ich mich mit irgendwelchen Trollen in Kommentarspalten streite...)

Wofür seid ihr dankbar?

Kommentare:

  1. Huhu Sabrina,

    erst einmal herzlichen Glückwunsch zur gefundenen Wohnung! Gerade in unseren Großstädten ist es ja wirklich ein Wunder, wenn man so schnell etwas findet - und wenn es dann auch noch eine Traumwohnung ist, dann ist das ja schon fast Schicksal.
    Ich wünsche dir alles Gute für deinen Neunanfang! Ist es eure erste gemeinsame Wohnung?

    Ich muss zugeben, dass ich die Vorstellung, in ein Land zu reisen, in dem ich nichts und niemanden verstehe, sehr beängstigend finde. Aber ich bin auch generell nicht so der Abenteuer-Typ ;) Ich fahre dann lieber dahin, wo man zumindest englisch spricht :p

    Liebe Grüße
    Sas

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    1. Huhu Sas,
      vielen lieben Dank! Ich muss dazu sagen, dass in der Wohnung zuvor eine Bekannte des Lieblingsmenschen gewohnt hat, wir wurden also schon als potenzielle Nachmieter vorgestellt, was natürlich geholfen hat. Ohne diese Starthilfe hätten wir uns sicher dumm und dusslich gesucht!
      Es ist tatsächlich unsere erste gemeinsame Wohnung, im Moment trennen uns noch 625 Kilomenter - und das ist quasi schon so, seit wir uns kennen. Da ich vorher auch noch nie mit einem anderen Partner zusammengewohnt habe, ist das ganz schön aufregend.

      Lieber irgendwohin zu fahren, wo es weniger abenteuerlich ist, kann ich total nachvollziehen. Abenteuerlust an sich ist ja auch nicht unbedingt wertvoller als ein gewisses Sicherheitsbedürfnis (wenn das das korrekte Gegenteil ist). Und zumindest, wenn es um Urlaub und Freizeitgestaltung geht, kann man ja zum Glück genau das Maß an Abenteuer wählen, das einem wirklich zusagt! (Auch sowas, wofür man echt dankbar sein kann, eigentlich.)

      Liebe Grüße
      Sabrina

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    2. Da habt ihr ja wirklich Glück gehabt! Das ist einer der Gründe, warum ich ganz froh bin, nicht in der Stadt zu wohnen. Ich arbeite zwar in Hamburg, könnte mir aber nie vorstellen, da auch hinzuziehen. Da lebe ich lieber außerhalb auf dem Land und pendle jeden Tag ;)
      Ja, so eine erste gemeinsame Wohnung ist schon etwas Tolles! :D Ich habe, bevor ich 2013 mit dem Herzblatt zusammen gezogen bin, auch nur bei meinen Eltern und zweieinhalb Jahre alleine gewohnt. Es ist schon anders... aber auch toll. Wenn da jemand auf dich wartet, wenn du abends nach Hause kommst zB <3

      Manchmal wäre ich gerne ein wenig abenteuerlustig, aber ich bin einfach nicht der Typ dafür. Ein Wochenende an der Ostsee, gerne. Vielleicht irgendwann auch mal ein Trip nach England, klar. Aber das ist auch alles, was ich mir (momentan) vorstellen kann ;)
      Aber wer weiß, was noch kommt, wir sind ja noch jung :D

      Liebe Grüße
      Sas

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    3. Auf dem Land zu leben, hat definitiv Vorteile, gerade was die Wohnungssuche betrifft. Unsere neue Wohnung ist jetzt auch nicht so besonders zentral, aber gut angebunden.

      Meine eigene Wohnung für mich allein werde ich wahrscheinlich ein bisschen vermissen, aber nicht mehr immer wochenlang zu warten, um den Lieblingsmenschen zu sehen. <3

      Genau, wer weiß, was noch kommt - und man verändert sich im Laufe der Zeit ja unter Umständen noch. Solange man keine Abenteuerlust empfindet, sollte man sich da zu nix zwingen, finde ich.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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    4. Ich muss auch zugeben, dass ich gerne alleine gewohnt habe. Ich war zu der Zeit arbeitslos, das heißt, ich konnte den lieben langen Tag lang machen, was ich wollte ;) Allerdings wurde es auf die Dauer auch langweilig... hätte ich gearbeitet, wäre es vermutlich anders gewesen, weil es manchmal doch ganz schön ist, nach Hause zu kommen und niemanden sehen zu müssen.

      Fernbeziehungen sind echt ne Pest :/
      Meine erste große Liebe wohnte auch knapp 500KM von mir entfernt, so dass wir auch relativ selten gesehen habe. Das war echt nicht schön. Und alleine die Kosten, die das ewige Hin- und Herreisen mit sich bringt.

      Ich freue mich, dass ihr das bald hinter euch habt! ♥

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    5. Ja, 500 Kilometer sind auch echt schon ne Hausnummer.
      Naja, wir freuen uns jetzt jedenfalls riesig.

      Vielen lieben Dank für deine lieben Worte! <3

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  2. Echt schönes Thema! Mir fiele auch die Auswahl schwer, es ist so viel, aber dass bei Dir die frisch gefundene Traumwohnung gerade ganz oben auf der Liste steht, kann ich gut verstehen, das klingt echt toll, und Berlin ist inzwischen leider wirklich heftig geworden. Hamburg ja noch schlimmer. Bah. Freue mich sehr für euch, dass das so gut geklappt hat, und auch wenn Du so viel Finnland-Sehnsucht mit Dir herumträgst - ich finde, Berlin passt auch sehr gut. Auf jeden Fall wird es Dich sicher sehr mögen.

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  3. Gratulation zu eurer Wohnung!!!! Ich freue mich, dass ihr sie so mühelos gefunden habt. Das ist einfach großartig! Deine anderen beiden Themen finde ich auch schön - und so gegensätzlich: Einerseits die Einsamkeit, Isolation und das Auf-sich-gestellt-sein in Finnland und andererseits die Dankbarkeit für den virtuellen Austausch. Beides empfinde ich als wichtig und kann deine Gefühle gut nachempfinden (obwohl ich erst einmal - als Kleinkind :D - in Finnland war).

    Liebe Grüße,
    Veronika

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    1. Vielen Dank! Das mit der Wohnung ist wirklich großartig. (Oka, ich habe heute erfahren, dass der unterschriebene Vertrag momentan unauffindbar ist, aber das regelt sich sicher auch bald.)
      Über die Gegensätzlichkeit der beiden weiteren Punkte hatte ich gar nicht nachgedacht. Ich finde tatsächlich beides total wichtig: Allein zu sein und mit sich selbst klar zu kommen ebenso wie tolle Menschen in Reichweite zu haben, deren Input einen weiterbringt. Missen möchte ich keins von beidem.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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