Samstag, 18. November 2017

[Samstagstee] mit tollen Menschen

Symbolbild: Der Untersetzer von Antje ist nach wie vor mein täglicher Begleiter.
Hallo ihr Lieben!

Seid ihr gut durch die Woche gekommen? Meine war geprägt von Vorfreude auf dieses Wochenende, das ich mit ein paar meiner liebsten Menschen überhaupt verbringen werde, die samt und sonders zu weit weg wohnen. Da sich diese Entfernung aber noch vergrößern wird, wenn ich im Winter umziehe, bin ich glücklich um jeden gemeinsamen Tag. Mehr noch, wenn der von einer Pyjama-Party (jep!) geprägt sein wird, die sich nicht zuletzt durch einen Haufen leckeres Essen auszeichnen wird.

Bis es soweit ist, hatte ich aber das Vergnügen, offline wie online auf tolle Menschen zu treffen.

Ich betrete ein Schuhfachgeschäft. Eine übers Regal gebeugte Angestellte niest infernalisch und ich wünsche "Gute Besserung!" Sie strahlt noch, als ich sie kurz darauf um den zweiten Schuh eines Paars bitte. Als sie ihn mir Minuten später aus dem Lager bringt, drückt sie mir noch einen Zeitschriftenausschnitt in die Hand: Einen Gutschein. "Weil Sie so nett sind", sagt sie und zwinkert mir verschwörerisch zu. "Geben Sie den einfach an der Kasse mit ab." 

Solche Begegnungen freuen mich. Ich mag es, wenn ich für einen kleinen Moment ganz vertrauten Kontakt mit eigentlich wildfremden Menschen habe. Gleichzeitig lassen diese Augenblicke mich immer ein bisschen ratlos zurück, denn meiner Meinung nach tue ich nichts außergewöhnliches oder besonders hervorhebenswertes, wenn ich andere Menschen grüße, "bitte", "danke" und "auf Wiedersehen" sage oder ihnen eben Gesundheit wünsche. Wenn dieses Verhalten dennoch so viel Freude auslöst, frage ich mich schon, wie andere Kund*innen so auftreten.

Aber auch online bin ich auf tolle Menschen gestoßen, etwa auf dieses Interview der Frankfurter Rundschau mit Nnedi Okorafor, in dem die Fantasy- und Science Fiction-Autorin erzählt, dass sie unter anderem deshalb angefangen hat zu schreiben, weil sie keine komplexen schwarzen Mädchen- und Frauenfiguren in diesen Genres fand. Ich muss gestehen, ich hatte bisher noch nicht von ihr gehört. Aber nach diesem Text bin ich neugierig und werde die Augen nach ihr offen halten, denn außergewöhnliche Fantasy-Romane haben immer einen Platz auf meiner Leseliste. 

Beeindruckt hat mich auch dieses Interview mit Deniz Yükcel. Diese Eloquenz, dieser Humor und diese Hoffnung angesichts einer Haftsituation, die er selbst als Folter kategorisiert, haben mich sehr berührt. “Die Frage ist nicht, ob ein autoritäres Regime zusammenbricht; die Frage ist, welche womöglich irreversiblen Schäden es bis dahin am Schicksal Einzelner, an der Gesellschaft, an der Natur und am kulturellen Erbe anrichtet", schreibt er und diesen Satz bekomme ich seitdem nicht mehr aus dem Kopf, weil er gleichzeitig so zuversichtlich und absolut zerstörerisch ist. 

Mit diesen tollen Menschen im Gepäck mache ich mich nun also auf zu einer sicherlich grandiosen Pyjama-Party und lege unterwegs noch einen Zwischenstopp bei Andreas vielgeliebtem Samstagsplausch ein. Wir lesen uns dort!

Habt ein fantastisches Wochenende - und seid nett zu Verkäufer*innen!

Kommentare:

  1. ach, so eine begegnung hatte ich gestern auch. erstaunlich, was man mit so einem lächeln und co. so alles anrichten kann....
    hab ein gutes wochenende!
    liebst,
    jule*

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    1. Vielen Dank, das hatte ich tatsächlich!

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  2. Na das war ja echt lieb von der Verkäuferin. Von dir aber auch. Ich vermisse in unserer heutigen Zeit sowieso den netten Umgang miteinander. Ich merke immer wieder, wie erstaunt so manche Verkäuferin oder Kassirerin ist, wenn se angelächelt wrd und auch noch bitte und danke hört!

    Ein schönes Wochenende für dich!
    Marion

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    1. Meine Mutter hat mir mal von einem Einkauf in der Bäckerei erzählt, in der am späten Vormittag die Verkäuferin meinte: "Wissen Sie, Sie sind heute die Erste, die Guten Morgen gesagt hat..."
      Das ist für mich schon auch ein Ansporn, so viel Freundlichkeit wie möglich in den Umgang mit anderen zu packen...

      Danke für die guten Wünsche, das Wochenende war tatsächlich sehr toll.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  3. Liebe Sabrina das hört sich doch gut an. Mit seinen lieben Menschen beisammen sein ist doch etwas sehr schönes. Genieße es. Es kann so schnell total anders sein. Ein schönes Wochenende. Herzlichen Gruß Sylvia

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    1. Ja, das muss man ausnutzen.

      Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche
      Sabrina

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  4. Eigentlich ist es doch gar nicht so schwer, sollte man denken, freundlich miteinander beim Einkaufen umzugehen. Es stimmt doch froh, wenn dann Positives zurückströmt. Viel Spaß und Fröhlichkeit auf Deiner Pyjamaparty, die Vorfreude ist eh das Allerbeste!
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Vielen lieben Dank, ich hatte tatsächlich eine Menge Spaß - ausnahmsweise war die Party fast noch besser als die Vorfreude darauf!

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  5. Hach, deine Begegnung mit der Verkäuferin liest sich toll :) Ich mag solche Momente mit Menschen auch sehr gerne! Allerdings habe ich auch schon öfter mal darüber nachgedacht, wieso sich jemand so offensichtlich über Worte freut, die eigentlich zum normalen Umgang miteinander gehören (sollten). Ein wenig Höflichkeit und Nettigkeit sollte doch selbstverständlich sein, also lass uns weiterhin liebe Worte in die Welt tragen :)
    Viel Spaß bei der Pyjama-Party & einen wundervollen Sonntag!

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    1. Ja, solche Begegnungen sind mir dann immer eine Weile ein Ansporn, ganz bewusst, ganz besonders freundlich zu sein.
      Danke für deine guten Wünsche - und dir einen guten Start in die neue Woche!
      Sabrina

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  6. Du bist keine Ausserirdische, nur weil du andere Menschen wahr nimmst - die anderen sind nur noch mit sich und ihrem Smartphone beschäftigt, sodass ein lächeln, ein Bitte - ein Danke, Gute Besserung usw. für sie nicht mehr machbar sind - ausser vielleicht in Smilies! Ich sehe diese Entwicklung auch und es erschreckt mich sehr. Schön das Du zu den netten aufmerksamen Menschen gehörst! Liebe Grüße Patricia

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    1. Ach, ich hänge auch viel am Smartphone - nicht zuletzt, um mit Menschen zu kommunizieren, die ich sehr mag. Aber ich weiß, was du meinst. Für diese Momente, in denen ich mit direkt anwesenden Menschen in Kontakt trete, finde ich es wichtig, das Ding mal kurz wegzustecken.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  7. Wichtig ist nicht, dass du etwas außergewöhnliches tust, sondern, dass du deine Umwelt wahr nimmst. Das ist der Unterschied zu denen die nicht mal mitbekommen, das da einer niesen musste. Ich verwirre meine Umwelt gerne auf diese Art. Ein "Gesundheit", kann auch aus der Fassung bringen.
    Ich hoffe, du hattest Spaß, bei deiner Party
    Andrea

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    1. Ja, mit deiner Analyse hast du sicherlich recht. Aber ist das nicht unheimlich traurig? Schön, dass du auch so verwirrend agierst. Sollten wohl viel mehr Leute machen.
      Meine Party war super, danke!

      Liebe Grüße
      Sabrina

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