Dienstag, 29. August 2017

10 Fakten über mich und Festivals

Strahlend blauer Himmel auf dem Summerbreeze 2017
Im August sammelt Astrid unsere persönlichen Fakten über Musik. Inspiriert von einem Post der wunderbaren Frau Jule mache ich daraus zehn Festivalfakten über mich.

Insgesamt habe ich in meinem Leben bisher sieben Mehrtages-Festivals besucht, nämlich 4x Summer Breeze, 1x Ragnarock, 1x Prophecy Fest, 1x Hammer of Doom. Bisher also nicht so wahnsinnig viele und auch nur deutsche Festivals. Wenn es nach mir geht, darf sich das gerne auch noch ändern. Abhängig ist das eigentlich nur vom Line-Up.

Wenn ich nämlich auf ein Festival fahre, dann in erster Linie wegen der Bands. Am liebsten verbringe ich einen Großteil der Zeit vor irgendeiner Bühne, halte Teufelshörner in die Luft oder gröhle mit. Wenn es sein muss, auch bis nachts um halb vier. Zeltplatztourismus mit ewigem Rumhängen am Zelt und ziellosem Trinken machen mich zappelig und unzufrieden.

Summer Breeze 2017: Amon Amarth

Drei von vier Summerbreezes habe ich mit meiner besten Freundin verbracht, die eine ganz großartige Begleitung ist. Stets gut gelaunt, ziemlich passender Musikgeschmack, eine Göttin am Campingkocher. Außerdem besitzt sie im Gegensatz zu mir Zelt und Pavillon!

Überhaupt: Begleitung. Im Gegensatz zu Jule würde ich nie allein auf den Festival fahren wollen. Neben meiner habe ich noch ein weiteres Grüppchen an Menschen, die sich als tolle Festivalbegleitung herausgestellt haben. Egal in welcher Gruppe ich unterwegs bin, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ich am Ende des Festivals noch mehr Menschen kenne.

Besonders zu nennen sind da Zeltplatzfreundschaften. Diese Leute, die man kennen lernt, weil man sich an der Wasserstelle den Kanister über den Kopf geleert hat, um der akuten Hitze Herr zu werden und dann über Verdunstungskälte plaudert. Menschen, die einem morgens eine Pfanne mit Rührei in den Pavillon bringen, weil sie schon satt sind und wir hungrig aussahen. Campingnachbarn schließe ich inniglich in mein Herz und leide dann auf der Heimfahrt unter fiesem Herzschmerz, weil man sich vermutlich nie wieder begegnen wird.

Da sitzt man so, guckt man in den Himmel und alle Probleme sind ganz weit weg.
Nun gibt es natürlich auch Kurzzeitnachbarn, die ich nicht ganz so schätze, weil sie nächtelang grauenhaften Deutschrap hören und Dünnschiss labern. Aber auch mit denen habe ich schon freundliche Momente geteilt, in denen riesige Gummibärchentüten herumgereicht wurden, ein Pavillon gegen den nahenden Sturm mit zusätzlichen fremden Heringen und Panzertape gesichert wurde oder stundenlange Uno-Partien ausgefochten wurden.

Am schönsten fand ich das Zelten bislang auf dem Ragnarock 2015, weil ich da als Crew-Mitglied im VIP-Bereich nächtigen durfte. Sprich: Extrem kurze Wege zur Bühne, nur tolle Nachbarn und Zugang zu einer echten Dusche.

Gesichtskirmes unterm Pavillon und ausnahmsweise tolle Funde auf dem Dixieklo.
Dass ich mit den sanitären Zuständen auf den üblichen Zeltplätzen nämlich nur so semi klarkomme, habe ich auf der diesjährigen Rückreise vom Breeze daran bemerkt, dass ich die Handseife auf der Zugtoilette (!) als bedeutsames Zeichen von Zivilisation gepriesen habe. Die meisten Menschen finden Zugtoiletten ja eher grausam.

Die sanitären Zustände sind – zusammen mit dem Schlaf auf richtigen Matratzen einer der Gründe, warum ich zunehmend kleine Festivals für mich entdecke, für die ich im Umfeld eine Ferienwohnung anmiete. Abends nicht in ein klammes Zelt kriechen zu müssen, sondern auf einer Couch vor dem Kamin herumzulungern, hat schon was für sich. (Ist nur vielleicht nicht ganz so true wie schlammverschmierte Leiber.)


Sobald ich dann eine Nacht in einem richtigen Bett geschlafen habe, steigt bei mir die Vorfreude aufs nächste Mal.

Früher hab ich Festivalbändchen noch monatelang getragen, jetzt schneide ich sie ziemlich schnell ab. Die Dinger jucken wie Sau! Außerdem bleiben sie schöner, wenn man sie irgendwo aufnäht. (Wo genau ich sie aber aufnähen werde, weiß ich noch nicht so genau.)

Was macht ihr mit alten Festivalbändchen? Oder seid besucht ihr höchstens mal Einzelkonzerte? Erzählt mal!

Kommentare:

  1. Ui, du gibst der Linkparty einen ganzen neuen Dreh: Festivals. Ich habe tatsächlich noch NIE eines besucht, höchstens den Woodstock - Film unendlich oft gesehen. ( Jetzt ist es allerdings definitiv zu spät: Wie soll ich von ner Luftmatraze hochkommen? Ob ich das nach meiner OP noch mal hinkriege, weiß ich micht. )
    Danke fürs Mitmachen und die schönen Fotos!
    Herzlichst
    Astrid

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    1. Ganz ehrlich? Bei jedem Festival denke ich mir von Neuem: Das muss mal aufhören mit dieser Isomatte, ich möchte langfristig wenigstens ein Feldbett haben! (Aber dafür müsste ich eigentlich viel öfter campen, als ich es wirklich tue.)
      Tatsächlich ist es eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte, obwohl ich eigentlich nie davon ausgegangen bin, dass aus mir eine wenigstens halbwegs regelmäßige Festival-Gängerin wird.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  2. Ich lese mit Interesse von Deinen Festivalerfahrungen - die mir nämlich völlig fehlen. Komplett. Nada. Niente. Das höchste der Gefühle war immer das Donauinselfest in Wien, aber da hab ich ja zuhause auf der gewohnten Matratze genächtigt. Hört sich aber sehr nett an, aus Deiner Sicht, so ein Festival. lg, Gabi

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    1. Nett ist es wirklich. Ich hab aber natürlich hier auch die unangenehmeren Schattenseiten ausgeblendet, ne? Schnapsleichen, dumme Anmachen, undichte Zelte, bestialisch riechende Klos...
      Ein-Tages-Festivals haben unter anderem deswegen definitiv auch was für sich, die besuche ich jedenfalls auch sehr gern.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  3. Festivalbändchen nerven mich ja schon beim Festival dermaßen, dass ich es kaum erwarten kann, sie endlich loszuwerden. Vor allem, wenn es nur Papier ist und kein Textil. Ich hebe Textilbändchen aber auf, und irgendwann wandern sie dann mal auf meine Kutte.

    Dass ich Festivals besuche, weißt du ja. ;) Metal und Salsa, beides mit Begeisterung und so oft es geht. Ich war bislang, was Metal und Co angeht, 4x auf dem WGT, 1x auf dem Hammer of Doom, 1x auf dem Prophey Fest, 1x auf dem Acherontic Arts (ganz große Empfehlung!). Nächstes Jahr geht's definitiv zum Hell over Hammaburg und auf meiner Bucket List stehen noch Roadburn und Eistnaflug ganz weit oben. Also auch deutlich lieber klein und mit Ferienwohnung als riesengroß und mit Zelt.
    Dazu kommen dann noch die Salsafestivals: 3x Münster, 1x Bachaturo in Warschau, 1x Düsseldorf, 3x Köln, 1x Hamburg, 1x Amsterdam, 2x Frankfurt.

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    1. Dich möchte ich auch ganz entschieden zu meiner Festival-Crew gezählt haben! :D
      Papierbändchen halte ich ja für das ultimative Böse. Die jucken mindestens doppelt so schlimm wie Textilbändchen und sehen auch niemalsnicht gut aus.

      Hach, ich freu mich auf mehr Festivals mit dir - ich fahr auch gerne weiter mit. ;)

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  4. Hah, Devin Townsend! "I dedicate this song to the two flying unicorns!" :D Schöner Post, ich krieg direkt wieder Festivalfernweh.
    Die Bändchen mache ich auch immer bald ab und sammel sie mit Tickets und so Zeug in einer Kiste. Mein Mann hat seine alle auf der Kutte, aber der hat da auch mehr Platz als ich. Ich hab immerhin für jedes Festival eine Niete auf meiner. Eine Freundin hat ihre Bändchen in Bilderrahmen gepackt und zu den Postern gehängt, das find ich auch eine gute Idee.

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    1. Devin Townsend war so so so großartig. Dringende Empfehlung meines Bruderherzes, für die ich sehr dankbar bin.
      Deine Festivalsaison ist ja leider schon rum - für mich geht es mit Tenshi im Herbst nochmal los.
      Eine Niete für jedes Festival finde ich eine ganz, ganz wundervolle Idee. Die werde ich mir merken - für eine Zeit, in der sich das bei mir dann auch lohnt.
      Für den Moment ist die Festivalbändchenbilderrahmen-Idee ziemlich verlockend!

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  5. festivals mit kompostklos sind der shit (im ahrsten sinne des wortes-hahaha). und wenn es bezahlklos sind und man eine pipiflatrate kaufen muss, dann mache ich das gerne. es gibt wahrhaftig nichts grausameres als chemiklos in der sonne... brrrrrrr. "meine" festivals haben das zum glück meistens. zu zeltplatzbekanntschaften hat es bei mir nie gelangt, weil ich ja meist auch am ende des festivals ablifern muss und ich einfach echt null zeit zum rumhängen da habe. meistens nichtmal zum frühstücken. vielleicht sollte ich auch mal wieder zum spaß auf ein festival fahren und mir ein ticket kaufen... nächstes jahr oder so. bändchen schneide ich übrigens auch immer sofort wieder ab. auf den nächsten sommer!
    liebst,
    jule*

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    1. Kompostklos klingen super! Dieses Jahr beim Breeze hätte man auch wieder eine "Shower&Shit"-Flatrate bezahlen können. Aber als ich mal zum Duschen vorbeikam, war dann auch gerade der Strom ausgefallen und man konnte nicht mehr spülen... Ich blieb dann bei den sonnenbestrahlten Dixies, zog mir das T-Shirt über die Nase und erfreute mich an dem feministischen Sticker.

      Stimmt, dadurch dass du da arbeitest, hast du natürlich einen völlig anderen Tagesablauf und ganz andere Interaktionen als ich. Unter den Umständen ist alleine auf Festivals sein natürlich auch nochmal sehr anders.

      Liebe Grüße
      Sabrina

      PS: So schön, dass du wieder kommentierst! <3

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  6. Ich mag deine Fotos :) Persönlich bin ich nicht so der Festivalfan - gehe lieber auf Einzelkonzerte. Ich mag die Horden an vollbesoffenen Teenagern nicht so (mochte ich auch schon nicht als ich noch selbst Teenager war, obwohl ich schon auch gerne selbst was trinke, allerdings krieche ich dann nicht kotzend durch den Schlamm). Vielleicht bin ich auch einfach nur soziophob... Mich nerven mehrtägige Veranstaltungen dieser Art schon am zweiten Tag. Zelten ohne so viele andere mag ich aber schon. Es ist denke ich wirklich die Masse an Menschen, die ich auf Dauer nicht mag.

    Liebe Grüße
    und lass dir von meinem Genörgel die Festivals nicht verderben :D
    Veronika

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    1. Iwo, ich fühle mich im Gegenteil sehr verstanden. Die vollgekotzt durch den Schlamm kriechenden Volltrunkenen (seien sie Teenager oder bereits älter) sind für mich definitiv eine der ätzendsten Erscheinungen derartiger Festivals. Und je größer die Menschenmasse, desto größer ist meiner (nicht so großen) Festivalerfahrung nach auch die Wahrscheinlichkeit, dass einige jegliche Zivilisation gezielt und begeistert weit hinter sich lassen, sobald sie den Campingplatz erreicht haben...
      In dem Zusammenhäng wird ja auch gerne von "Festivaltouristen" gesprochen, die tagelang keine einzige Band gesehen und gehört haben, weil sie sich lieber der absoluten Verwahrlosung auf dem Zeltplatz hingeben...
      Nicht die Art von Nachbarn, denen ich anschließend diverse Tränchen nachweine.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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  7. Hach, ich fang grad total zu lachen an. Ich hab bei meinem Beitrag zu Astrids linkparty das jahrelange Open Ohr besuchen so was von hirnleer vollkommen vergesssen, das gibts ja net! Okay, ist viele Jahre her. Mittlerweile kann ich der Zeltgeschichte nämlich garnix mehr abgewinnen, auf Isomatten schmerzt mein Hüftersatzteil so was von - und die jahre vorher schmerzte es sowieso. Deine Berichte sind urkomisch + sehr nachvollziehbar! Freut mich zu Lesen. Schönen Samstagabend! Festivalbändchen: Im Sketchbook oder Tagebuch einkleben... oder nach 5 - 7 Jahren wegschmeissen...LG Eva

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    1. Das ist so lustig zu lesen, wer von euch Festivalerfahrung hat und in welchem Rahmen! Mit einem Hüftersatzteil stelle ich mir Isomatten wirklich schlimm vor.
      Danke für deine lieben Worte und liebe Grüße
      Sabrina

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